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Das Vorsorgedepot:
Stand der Debatte
in Österreich

Seit 2020 wird in Österreich über ein steuerlich begünstigtes „Altersvorsorgedepot“ für die private Altersvorsorge diskutiert. Diese Seite fasst zusammen, was bislang bekannt ist:
Die Vorschläge zweier Finanzminister und einer Finanzstaatssekräterin, die Positionen der Parteien, internationale Vorbilder und die Pläne der EU.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · rein informativ, keine Anlageberatung, Fehler vorbehalten.

Zum Nachschauen

Der aktuelle Stand zum Altersvorsorgedepot in Österreich erklärt

Ein kurzer Überblick über das Thema als Video.

Grundlagen

Die 3 Säulen der Altersvorsorge in Österreich

Die Altersvorsorge besteht aus drei Säulen: der 1. Säule, dem gesetzlichen Pensionssystem, der 2. Säule mit der betrieblichen Vorsorge und der 3. Säule, der privaten Vorsorge, um die es hier auf dieser Seite geht. Für die drei Säulen findet man hier einige Zahlen, Beitragssätze und Begünstigte je Säule und wie viel Gewicht jede davon in Österreich tatsächlich hat.

1. Säule

Gesetzliches Pensionssystem

Umlageverfahren

22,8 %

des Bruttogehalts – Arbeitnehmer-Anteil 10,25 %, Arbeitgeber-Anteil 12,55 %

18,5 % / 17 % / ~20 %

der Beitragsgrundlage für Selbstständige, Bauern bzw. Freiberufler:innen

7,1 Mio.

Pensionskonten in Österreich

2. Säule

Betriebliche Vorsorge

Kapitaldeckungsverfahren

23,740 Mrd. €

„Abfertigung Neu“ über betriebliche Vorsorgekassen – 11,493 Mio. Begünstigte

?

Zukunftssicherung – Datenlage zu Volumen/Begünstigten bislang nicht einheitlich ausgewiesen

30,374 Mrd. €

Pensionskassen, 1,134 Mio. Begünstigte

?

Vorsorge-Veranlagungsgemeinschaft (Vorsorge-VG) – neu ab 1.1.2027 oder doch erst 2028?

3. Säule

Private Altersvorsorge

„Kapitaldeckungsverfahren“

8,7 Mrd. €

Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV), 0,782 Mio. Begünstigte

ETFs, FLV, …

Wertpapierdepots, fondsgebundene Lebensversicherungen, Vorsorgewohnung – freiwillig, ohne einheitliche Förderung

Das Cappuccino-Modell

Ein Bild für das angestrebte Verhältnis der drei Säulen zueinander: gesetzliche Pension, betriebliche und private Vorsorge sollen jeweils rund ein Drittel des Alterseinkommens ausmachen – wie die drei Schichten eines Cappuccinos. Ziel ist, die Abhängigkeit von der staatlichen Pension zu verringern und die Versorgungslücke im Ruhestand abzufedern. In der Praxis in Österreich stammt der weit überwiegende Teil des Alterseinkommens jedoch weiterhin aus der 1. Säule. Jetzt schaut die aktuelle Regierung, dass auch die 2. Säule ausgebaut wird. Die 3. Säule war und ist fast reine Privatsache in Österreich und wird vom Staat in der Regel nicht in Form von Steuerzuckerl unterstützt.

Gesetzliche Alterspension/-rente nach Geschlecht (Bestand, Dezember 2024)

Österreich, Bruttopension (14×/Jahr)

Frauen1.527 €
Männer2.535 €

Deutschland, Bruttorente (12×/Jahr)

Frauen955 €
Männer1.405 €

Beide Werte stammen aus derselben Erhebungswelle (Bestand Dezember 2024): für Österreich aus der Pensionsversicherungs-Jahresstatistik des Dachverbands der Sozialversicherungsträger (zitiert nach Equal-Pension-Day-Auswertung der Städte und des ÖGB), für Deutschland aus der Rentenstatistik der Deutschen Rentenversicherung (zitiert nach Statista/WSI). Es handelt sich um alle laufenden Alterspensionen bzw. -renten, nicht nur Neuzugänge.

Pensionsvergleich Österreich – Deutschland im Cappuccino-Check (Bestand, Dezember 2024)

Österreich, Bruttopension (14×)Deutschland, Bruttorente (12×)
Frauen, Monat1.563 €955 €
Männer, Monat2.620 €1.405 €
Frauen, Jahr21.882 €11.460 €
Männer, Jahr36.680 €16.860 €

Da die Pension in Österreich 14-mal jährlich ausbezahlt wird, in Deutschland aber nur 12-mal, ist der Vergleich der nominellen Monatswerte irreführend. Auf Jahresbasis gerechnet erhalten Frauen in Österreich rund 91 % mehr als in Deutschland, bei Männern sind es rund 118 % – mehr als das Doppelte. Umgelegt auf 12 Monate entspricht die österreichische Durchschnittspension 1.823,50 € bei Frauen und 3.056,67 € bei Männern.

Für das Cappuccino-Modell bedeutet das: In Deutschland sind zweite und dritte Säule kein netter Zusatz, sondern eine Notwendigkeit, um den Lebensstandard zu halten. In Österreich federt die gesetzliche Pension deutlich mehr ab – was zugleich die Abhängigkeit von demografischer Entwicklung und künftigen Pensionsreformen erhöht. Wer sich allein auf die erste Säule verlässt, trinkt seinen Cappuccino ohne Milch und Schaum: Das geht in Österreich derzeit noch besser als in Deutschland, ist aber langfristig keine Garantie.

Quellen: Broker-Test.at, broker-test.at · Österreichischer Städtebund, Equal Pension Day, staedtebund.gv.at · ÖGB, oegb.at · Statista/Deutsche Rentenversicherung, de.statista.com · Deutsche Rentenversicherung, Faktencheck, deutsche-rentenversicherung.de

Begriffsklärung

Was ist das Vorsorgedepot?

Ein Überblick über Idee, Ausgangslage und Zahlen zur privaten Altersvorsorge in Österreich.

Das „Vorsorgedepot“ (zuletzt in Deutschland auch „Altersvorsorgedepot“ genannt) bezeichnet ein wiederkehrend diskutiertes Modell aus dem Finanzministerium: ein Wertpapierdepot, in das regelmäßig eingezahlt wird und bei dem Kursgewinne nach einer bestimmten Behaltefrist von der Kapitalertragsteuer (KESt) begünstigt oder sogar befreit wären. Die zuletzt diskutierten Modelle sahen eine Behaltefrist von rund zehn Jahren vor, mit Ausnahmen etwa beim Pensionsantritt.

Das Vorsorgedepot ist als Baustein der freiwilligen dritten Säule der Altersvorsorge gedacht, neben der gesetzlichen Pension (1. Säule) und der betrieblichen Vorsorge (2. Säule). Ein fertig ausgearbeitetes Konzept liegt laut Medienberichten im Bundesministerium für Finanzen (BMF) bereits vor, ausgearbeitet damals unter der Regierung Schwarz-Grün (2020-2024).

Beschlossen wurde bislang nichts: Seit dem Regierungsprogramm 2020 wurde das Vorhaben von zwei Finanzministern bzw. einer Finanz-Staatssekretärin in unterschiedlicher Form vorangetrieben, scheiterte aber jedes Mal an fehlender Mehrheit mit dem jeweiligen Koalitionspartner.

Was jetzt aber zumindest kommt, ist die Stärkung der zweiten Säule. Ab 2027 (oder doch erst 2028?) wird es möglich sein, die Abfertigung Neu besser und langfristiger in einer Vorsorge-Veranlagungsgemeinschaft zu transferieren. Diese kann erst mit der Pension entnommen werden. Auch bei der Zukunftssicherung, ebenso ein Teil der 2. Säule, der betrieblichen Vorsorge, soll es noch zu Veränderungen kommen in dieser Regierungsperiode (2025 bis 2029).

70 % / 30 %

der Ersparnisse liegen auf Sparkonten, nur rund 30 % der Österreicher:innen besitzen Wertpapiere

27,5 %

beträgt die Kapitalertragsteuer (KESt) auf Kursgewinne aus Wertpapieren seit 2016, unabhängig von der Haltedauer

~10 Jahre

Behaltefrist sah das zuletzt unter Brunner ausgearbeitete Modell vor, um Spekulation auszuschließen

Quellen: Bundeskanzleramt, bundeskanzleramt.gv.at · SN.at, sn.at

Politischer Hintergrund

2 Finanzminister,
1 Staatssekräterin,
ein Thema

Seit dem türkis-grünen Regierungsprogramm 2020 wird über ein steuerlich begünstigtes Vorsorgedepot diskutiert. Ein Überblick über die Vorstöße im Zeitverlauf.

2020–2021

Gernot Blümel (ÖVP)

„Wir wollen … das Aktiensparen attraktiver machen, damit für das Alter angespart und vorgesorgt werden kann.“

Blümel verankerte die Behaltefrist im Regierungsprogramm 2020–2024. Bei der ökosozialen Steuerreform 2021 fehlte sie dann; umgesetzt wurde in seiner Amtszeit nichts.

Quelle: Nationalratsprotokoll, Parlament · parlament.gv.at

2022–2024

Magnus Brunner (ÖVP)

„Wie soll jemand aus dem Mittelstand anders vorsorgen als über Anlagen auf dem Kapitalmarkt?“

Brunner arbeitete ein detailliertes Modell aus: KESt-Befreiung auf Kursgewinne nach zehn Jahren Behaltefrist. Nach rund zweieinhalb Jahren Verhandlung mit dem Koalitionspartner Grüne erklärte er das Projekt 2024 für gescheitert.

Quelle: trend.at-Interview · trend.at · Wiener Zeitung, wienerzeitung.at

seit 2025

Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP)

„Ich bin zuversichtlich, dass wir auch über die dritte Säule sprechen können.“

Nach der Reform der 1. und 2. Säule bezeichnet Finanz-Staatssekretärin Eibinger-Miedl die private Vorsorge als „nächsten logischen Schritt“ und verweist auf Vorbilder in Slowenien, Deutschland, Ungarn und Tschechien. Gespräche mit den Koalitionspartnern SPÖ und NEOS sind für Herbst 2026 angekündigt.

Quelle: trend.at, 16. Juli 2026 · trend.at

Schwarz auf weiß

Was in den Regierungsprogrammen steht

Das Vorsorgedepot ist nicht nur Gegenstand von Interviews, sondern taucht wortwörtlich in koalitionären Arbeitsprogrammen auf. Während es im Regierungsprogramm der ÖVP-GRÜNE-Koalition von 2020 bis 2024 noch konkreter zu finden war, findet sich im aktuellen Regierungsprogramm von ÖVP-SPÖ-NEOS hier nur ein vager Punkt, dass man sich die Vorsorge von jungen Menschen via ETF-Sparpläne ansehen könnte.

Regierungsprogramm 2020–2024 (ÖVP–GRÜNE)

„Teilhabe am Kapitalmarkt und private Altersvorsorge stärken“

  • „Erarbeitung einer Behaltefrist für die Kapitalertragsteuerbefreiung für Kursgewinne bei Wertpapieren und Fondsprodukten“
  • „Ergänzend zur staatlichen Pensionsvorsorge auch entsprechende Rahmenbedingungen für die private Pensionsvorsorge schaffen“
  • „Aktiver Einsatz gegen ‚Green Washing‘ bei Festlegung von Nachhaltigkeitsklassifizierungen“

Quelle: Regierungsprogramm 2020–2024, Kapitel Kapitalmarkt · bmeia.gv.at

Regierungsprogramm 2025–2029 (ÖVP–SPÖ–NEOS)

„Steuerliche Themen Kapitalmarkt“

  • „Weitere Attraktivierung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen“
  • „Evaluierung von Möglichkeiten zur Vorsorge für junge Menschen auch für Wertpapiere (zB ETF-Sparpläne)“
  • „Zeitnahe Umsetzung der Sozialpartnereinigung zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge (insbesondere des Generalpensionskassenvertrages)“
  • „Der jährliche Freibetrag für Zuwendungen zur privaten Vorsorge … wird im Rahmen der budgetären Möglichkeiten angehoben“

Quelle: Regierungsprogramm 2025–2029, Kapitel Steuerliche Themen Kapitalmarkt · wko.at

Meinungsbild

Standpunkte der Parteien

Am Altersvorsorgedepot scheiden sich die Geister seit Jahren entlang derselben Argumentationslinien. Ein hitziges Thema für Schwarz, Rot, Blau, Grün und Pink.

ÖVP

Befürwortend

„Der Kapitalmarkt ist ein Schlüssel zu mehr Wohlstand, mehr Eigentum und einer sicheren Altersvorsorge.“

Seit 2020 treibende Kraft hinter dem Vorsorgedepot (Blümel, Brunner, Eibinger-Miedl). Argument: Niedrigzinsumfeld mache Sparbuch ungeeignet für die Altersvorsorge, eine Behaltefrist fördere langfristiges statt spekulatives Investieren.

Quelle: Andreas Ottenschläger (ÖVP-Finanzsprecher), OTS · ots.at

Die Grünen

Ablehnend (blockierten 2022–2024 als Koalitionspartner)

Kapitalgewinne seien gegenüber Arbeitseinkommen ohnehin steuerlich privilegiert, eine Behaltefrist würde vor allem Vermögende begünstigen.

Finanzsprecherin Nina Tomaselli lehnte das Brunner-Modell nach rund zweieinhalb Jahren Verhandlung ab. Zentrales Argument: zusätzliche Steuerbegünstigung verschärfe bestehende Ungleichheit bei Kapitaleinkünften.

Quelle: SN.at · sn.at

SPÖ

Historisch ablehnend, aktuell Koalitionspartner

„Die ÖVP hat überhaupt keinen Genierer mehr in ihrer Politik für die Reichen und Superreiche.“

SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer kritisierte das Brunner-Modell scharf. Die Partei sieht die gesetzliche Pension (1. Säule) als Fundament des Systems und lehnte KESt-Begünstigungen für Wertpapiere traditionell ab – Stichwort „Geschenk für Reiche“.

Quelle: neuezeit.at · neuezeit.at

NEOS

Befürwortend, seit 2025 Koalitionspartner

Forderung nach einem KESt-Freibetrag von 1.000 Euro und einer Befreiung von der KESt auf Wertpapiergewinne.

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kritisierte das Scheitern der Behaltefrist 2024 scharf und gilt in dieser Frage als natürliche Verbündete der ÖVP innerhalb der aktuellen Dreierkoalition.

Quelle: ORF-Pressestunde, zitiert nach Broker-Test.at · broker-test.at

FPÖ

Befürwortend, in Opposition

Plädoyer für eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist bei Wertpapieren.

Im Nationalratswahlkampf 2024 sprach sich die FPÖ neben ÖVP und NEOS für eine Einschränkung der Kapitalertragsteuer aus. Anders als das Vorsorgedepot zielt ihr Vorschlag auf die vor 2012 geltende Spekulationsfrist ab: Kursgewinne nach einer bestimmten Haltedauer wären wieder steuerfrei, unabhängig vom Vorsorgezweck.

Quelle: A&W-Blog (Arbeiterkammer/ÖGB) · awblog.at

Auch Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft (ÖGB/GPA) positionieren sich regelmäßig gegen Steuerbegünstigungen für Wertpapiere: Laut AK-Präsidentin Renate Anderl profitieren davon vor allem die reichsten 10 % der Haushalte, dem Staat würden dadurch jährlich 200 bis 300 Millionen Euro entgehen. Quelle: Arbeiterkammer, arbeiterkammer.at

Blick ins Ausland

Was andere EU-Länder bereits haben

Während Österreich noch diskutiert, sind vergleichbare Modelle in mehreren EU-Ländern seit Jahren etabliert.

Schweden

Das Investeringssparkonto (ISK) besteht seit 2012: keine Steuer auf einzelne Gewinne, stattdessen eine geringe pauschale Steuer auf den Depotwert. Rund 40 % der Bevölkerung nutzen es.

Quelle: IMD, imd.org

Polen

Seit 2025/26 gibt es das OKI (Osobiste Konto Inwestycyjne) nach schwedischem Vorbild: Investitionen bis 100.000 Złoty in Aktien und Fonds sind steuerfrei.

Quelle: Deutsches Aktieninstitut, dai.de

Frankreich

Der Plan d’Épargne en Actions (PEA) ist ein langjährig etabliertes, steuerlich begünstigtes Aktiensparkonto – neben Italien eines der Vorbilder für ein EU-weites Modell.

Quelle: IMD / Deutsches Aktieninstitut

Finanz-Staatssekretärin Eibinger-Miedl verweist zusätzlich auf Slowenien, Deutschland, Ungarn und Tschechien, wo private Altersvorsorge bereits steuerlich begünstigt wird. Quelle: trend.at, trend.at

Vergleich Deutschland

Das deutsche Altersvorsorgedepot

Anders als in Österreich ist das Vorsorgedepot in Deutschland bereits beschlossene Sache – unter demselben Namen, aber als eigenständige Reform der geförderten privaten Altersvorsorge.

Der Deutsche Bundestag hat am 27. März 2026 das „Altersvorsorgereformgesetz“ beschlossen, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu. Kernstück ist das Altersvorsorgedepot: ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, in dem Bürgerinnen und Bürger in ETFs, Fonds und Anleihen für das Alter sparen können – als Nachfolger der Riester-Rente, die künftig ersetzt wird.

Anders als bei Riester ist keine Beitragsgarantie mehr zwingend vorgeschrieben: Wer mehr Rendite will, kann auf das garantiefreie Altersvorsorgedepot setzen; wer Sicherheit bevorzugt, kann weiterhin ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie wählen. Neben privaten Anbietern soll auch ein öffentlicher Träger ein Standarddepot anbieten.

Parallel dazu ist die „Frühstart-Rente“ geplant: Für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zahlt der Staat monatlich 10 Euro in ein Depot ein, das bei Volljährigkeit automatisch in ein Altersvorsorgedepot übergeht.

Start der neuen Produkte: 1. Januar 2027.

Staatliche Förderung

50 % Zulage auf Beiträge bis 360 €/Jahr (max. 180 €) plus 25 % auf weitere Beiträge bis 1.800 €/Jahr – insgesamt bis zu 540 € Grundzulage jährlich.

Kinderzulage

100 % Zulage auf Eigenbeiträge bis 300 € pro Kind und Jahr.

Kostendeckel

Auf 1,0 % gesenkter Kostendeckel für das förderfähige Standardprodukt.

Auszahlung

Regulär ab dem 65. Geburtstag, spätestens ab dem 70. – als lebenslange Rente oder Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr.

Abstimmung im Bundestag, 27. März 2026

Angenommen mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD. Die Fraktion Die Linke stimmte dagegen, AfD und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Ein Antrag der Grünen für einen alternativen „Bürgerfonds“ wurde zuvor abgelehnt.

Quellen: Deutscher Bundestag, bundestag.de · Bundesregierung, bundesregierung.de · Gesetzentwurf 21/4088, dserver.bundestag.de

Auf EU-Ebene

Die Spar- und Investitionsunion
(Savings and Investments Union)

Im März 2025 hat die EU-Kommission die Savings and Investments Union (SIU) vorgestellt – mit dem Ziel, private Ersparnisse besser in produktive Investitionen zu lenken. Rund 70 % der Haushaltsersparnisse in der EU, etwa 10 Billionen Euro, liegen auf Bankkonten.

Bürger & Ersparnisse

Mehr Sparmöglichkeiten am Kapitalmarkt für Kleinanleger, insbesondere für die Altersvorsorge – u. a. über steuerlich begünstigte Spar- und Anlagekonten.

Investition & Finanzierung

Besserer Kapitalzugang für Unternehmen, insbesondere KMU und Wachstumsunternehmen.

Marktintegration

Abbau der Fragmentierung nationaler Kapitalmärkte, einheitlichere Regeln für grenzüberschreitendes Investieren.

Aufsicht & Banken

Engere Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden, Weiterentwicklung der Bankenunion.

Konkret hat die Kommission eine Empfehlung zu europaweiten Spar- und Anlagekonten vorgelegt sowie eine Reform des paneuropäischen privaten Pensionsprodukts (PEPP) auf den Weg gebracht, um es einfacher, digital zugänglicher und günstiger zu machen.

Quellen: Rat der EU, consilium.europa.eu · Europäische Kommission, commission.europa.eu

Andreas Greiner, Macher von Altersvorsorgedepot.at, Broker-Test.at oder Sparzinsen.at

Ein persönliches Wort

Nimm deine Finanzen selbst in die Hand

Auch ohne steuerliche Begünstigung oder KESt-Befreiung setzen in Österreich bereits heute viele Menschen auf Wertpapiere für die Altersvorsorge. Ein Altersvorsorgedepot mit einem Zuckerl vom Staat wäre schön, spielt es im Moment aber nicht.

Was ist der Status Quo? In Österreich wird zur Altersvorsorge nach wie vor ganz überwiegend auf die 1. Säule gesetzt. Das gesetzliche Pensionssystem. Die 2. Säule mit der betrieblichen Pension wird im Moment gestärkt. Die Abfertigung Neu wird verbessert, die Zukunftssicherung wird womöglich verbessert bzw. erhöht. Von einer Pensionskasse profitieren im Moment nur knapp über 1,1 Mio. Menschen in Österreich.

Die 3. Säule, die private Altersvorsorge ist wie der Name sagt: Private Sache! Wer finanziell dazu in der Lage ist, sollte zusätzlich privat vorsorgen. Entscheidend ist dabei weniger der perfekte Zeitpunkt als früh zu beginnen und sich vom eingeschlagenen Weg nicht abbringen zu lassen. Der Zinseszinseffekt belohnt all jene die früh beginnen.

Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Weges: Vorsicht vor den Wegelagerern, die mit teuren, komplexen Produkten dein hart erarbeitetes Geld wollen. Geldsachen sind Vertrauenssachen, informiere dich, vergleiche, und nimm deine Finanzen selbst in die Hand!

Euer Andreas

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Betreiber von Altersvorsorgedepot.at sowie u.a. von Sparzinsen.at oder Broker-Test.at

Ein Rechenbeispiel

Warum der Zinseszins über Jahrzehnte entscheidet und ein früher Beginn Sinn ergibt.

Je länger die Veranlagungsdauer und je höher die Rendite, desto größer wird der Anteil, den die Zinseszinsen selbst am Endwert ausmachen — nicht die eingezahlte Summe. Darum ist ein früher Start sinnvoll. Erst mit 50 Jahren oder gar später mit der Altersvorsorge zu beginnen, ist deutlich schwieriger und aufwendiger um eine interessante private Pensionsvorsorge zu gestalten.

Was wird aus 10.000 € in x Jahren?

Entwicklung bei unterschiedlicher Rendite p. a., 0 bis 30 Jahre

13.478 € 24.273 € 43.219 € 76.123 € 0 Jahre 30 Jahre
1 % p. a.
3 % p. a.
5 % p. a.
7 % p. a.

Woraus besteht der Endwert?

10.000 € Anfangsbetrag, 7 % Rendite p. a., nach 30 Jahren

Anfangsbetrag10.000 € · 14 %
Kumulierte Zinsen20.300 € · 29 %
Zinseszins-Effekt40.843 € · 57 %

Endwert gesamt: 71.143 €

Rund 57 % des Endwerts in diesem Beispiel stammen nicht aus eingezahltem Kapital oder linear aufsummierten Zinsen, sondern allein daraus, dass Zinsen ihrerseits weitere Zinsen erwirtschaften. Dieser Effekt beginnt in den ersten Jahren kaum spürbar und wird erst nach langer Laufzeit dominant, ein zentrales Argument in der Debatte um früh begonnene, langfristig angelegte private Vorsorge.

Eigene Berechnung, Zinseszinsformel Kapital × (1 + Zinssatz)^Jahre, ohne Berücksichtigung von Steuern, Spesen oder Inflation

Quellenverzeichnis

  • Bundeskanzleramt Österreich — Pressemitteilung, April 2026 (bundeskanzleramt.gv.at)
  • Parlament Österreich — Nationalratsprotokoll (parlament.gv.at)
  • trend.at — Interview Magnus Brunner (trend.at)
  • trend.at — Interview Barbara Eibinger-Miedl, Juli 2026 (trend.at)
  • Salzburger Nachrichten (SN.at) — Brunner KESt-Befreiung (sn.at)
  • Wiener Zeitung — Politischer Eiertanz um Wertpapier-KESt (wienerzeitung.at)
  • OTS / ÖVP-Parlamentsklub — Andreas Ottenschläger (ots.at)
  • Arbeiterkammer Österreich — Pressemitteilung (arbeiterkammer.at)
  • A&W-Blog (Arbeiterkammer/ÖGB) — Kapitalertragsteuer (awblog.at)
  • Rat der Europäischen Union — Savings and Investments Union (consilium.europa.eu)
  • Europäische Kommission — SIU-Strategie, März 2025 (commission.europa.eu)
  • IMD Business School — Schwedens ISK-Modell (imd.org)
  • Deutsches Aktieninstitut — Investmentsparkonten in Europa (dai.de)

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